mare No. 45

August 2004
mare No. 45
7,50 € /  14,80 SFR 

Aktuelles Heft

Apr 2013, No. 97

Gärten am meer
Corwall, Dubai und das Meer im Versailler Park

operation condor
Die Todesglieger der Militärjunta

Glück mit unglück
Das Geschäft mit der Hochseebergung

Weltkarte

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit mare No. 45 nimmt die mare-Redaktion die Wüste ins Visier. Wogendes Land, Ozeanisches Gefühl: Wüste und Meer sind Gegenpole – und doch durch vielfältige  Wechselwirkungen verbunden: Wo keine Wolken von See ankommen, ist Wüste. Wo Wüstenstaub auf die Ozeane weht, gedeiht Plankton besonders gut. Auch zeigen Sandmeer und Wasserwüste verwandte Wesenszüge: Beide kann der Mensch befahren, aber nicht beherrschen; beide sind Sinnbilder für das Unermessliche wie für das monoton Desolate; beide sind Projektionsflächen für die Sehnsüchte des Menschen.

Die Lehre von der Leere
Wüste und Ozean sind das Refugium der Freiheit. Sie gewinnt erst
in Ozeanen aus Sand und Wasser ihre sinnliche Totalität.
Ein Essay von Andreas Weber

Nebelfischer
Warte nicht auf den Regen, Wüstenbewohner. Wenn du Wasser brauchst, fange dir mit Netzen das Nass der Nebelschwaden!
Von Katharina Kramer und Martin Arnold

Zum Titelbild: Der französische Fotograf Marc Trigalou entdeckte den wunderbar geschwungenen Kamm einer Sanddüne im Südosten Marokkos – unmittelbar nach Sonnenaufgang im Erg Chebbi.

Außerdem in mare No. 45:

 

WOGENDES LAND

Das Land verdorrt, Erosion schleift den Stein, und der Wind türmt Sand zu sagenhaften Dünen auf. Die Wüste erscheint wie das Meer. Von Michael Martin

Wissenschaft

Mehr Meer. Die Folgen des Klimawandels

Text: Olaf Kanter, Nikolaus Gelpke   
Fragen an den Kieler Meteorologen Mojib Latif

Ein Fisch in der Wüste

Text: Olaf Kanter   Fotos: Mathias Bothor
Eine kleine Echse, die mühelos in Sand schwimmt und taucht, gilt Bionikern als Paradebeispiel für eine Entwicklung der Natur, von der sich zu lernen lohnt.

Kultur

100 Wasser sind 1 Meer

Text: Thies Matzen   
Friedensreich Hundertwasser war ein Mann mit vielen Obsessionen. Eine galt seiner großen Liebe, seinem Schiff „Regentag". Jahrelang arbeitete der Künstler an dem Zweimaster. Er wurde Lebensmittelpunkt, Gesamtkunstwerk und politische Deklaration gleichermaßen.

Die Lehre von der Leere

Text: Andreas Weber   
Wüste und Meer - auf den ersten Blick erscheint ihre Verwandtschaft kristallklar. Im zweiten Moment fragt man sich: Wieso eigentlich? Die Antwort liegt in den menschlichen Erfahrungen von Raum und Zeit.

Leben

25°04' Süd, 130°06' West

Text: Ulli Kulke   
Alle Pitcairner erhalten Schadensersatz für Verdienstausfall. Die Universität der Studentin, die neulich auf der unbewohnten Nachbarinsel Henderson verunglückte, will Wiedergutmachung leisten. Die angehende Zoologin musste nämlich von einem per Funk herbeigerufenen Kreuzfahrtschiff aufgenommen und schnellstens ins Krankenhaus nach Tahiti transportiert werden.

Cornwalls Fischer

Fotos: Zed Nelson
Wie überall im Land mussten auch in Newlyn viele Fischer ihre Boote aufgeben – die Fischereiquoten der Europäischen Union wollten es so. Manche verbrannten ihre Schiffe, andere zersägten sie oder setzten sie auf Kinderspielplätze und Verkehrskreisel. 1994 blickten die Männer von Newlyn selbstbewusst in die Kamera des Londoner Fotografen Zed Nelson. Für viele von ihnen hat sich das Leben in den vergangenen zehn Jahren grundlegend geändert.

Flutangst

Text: Anke Richter   Fotos: Alex Webb
Zwischen dem Äquator und Samoa liegt einsam im Pazifik Tokelau. Die letzte Kolonie Neuseelands ist schwerer erreichbar als die Antarktis. Die 1500 Bewohner des Südseereichs, in dem Tradition und Frömmigkeit das Leben bestimmen, fürchten den Untergang durch den steigenden Meeresspiegel.

Schiffbruch in der Wüste

Text: Hans Joachim Verhufen   Fotos: Jens Harder
Im Herbst 1942 läuft die britische „Dunedin Star" auf eine Sandbank. Überlebende retten sich an Land - ausgerechnet in die Namib-Wüste Südwestafrikas. Wracks und menschliche Gebeine säumen die Ufer, von der Skelettküste scheint kein Entrinnen.

Politik

Fata Morgana im Eis

Text: Henning Sietz   
Wüstenfüchse wissen, dass sie den eigenen Augen nicht trauen dürfen, wenn sie Wasser erspähen. Aber auch über dem Eis verschwören sich Luft und Licht gegen den Betrachter.

Elender Staub

Text: Dimitri Ladischensky   Fotos: Francesco Zizola
Weil seine Zuflüsse rücksichtslos abgezweigt werden, trocknet der Aralsee aus. Wind fegt über von Menschen gemachte Wüste, die mit Gift aus dem Baumwollanbau verseucht ist. Kinder werden krank, Kinder sterben. Die Regierung Usbekistans redet die Katastrophe schön.

Wirtschaft

Drehmoment

Text: Frank Grotelüschen   
Anton Flettner gelingt 1924, wovon alle Segler träumen: Sein Rotorschiff segelt gegen den Wind. Weil Öl konkurrenzlos billig ist, gerät sein genialer Antrieb in Vergessenheit.

Nebelfischer

Text: Katharina Kramer   Fotos: Martin Arnold
Der chilenische Fischerhafen Chungungo liegt zwischen Pazifik und Atacama-Wüste. Ohne den Tankwagen, der einmal am Tag Trinkwasser brachte, wäre der Ort längst verdurstet. Doch dann lernten die Fischer, den Nebel vom Meer einzufangen.

Kombüse

Japanischer Kraftstoff

Text: Sandra Schulz   Fotos: Jeremy Sutton-Hibbert
Fisch oder Fleisch? Für Sumoringer keine Frage. Wer Vierfüßer isst, endet im Ring auf allen Vieren. Mit dem rechten Eintopf im Magen aber schlägt man jeden Gegner.

Blaues Telefon

Wie gut leitet Meerwasser elektrischen Strom? Wieso sind nicht alle Muscheln einer Art gleich gefärbt?