Gärten am meer
Corwall, Dubai und das Meer im Versailler Park
operation condor
Die Todesglieger der Militärjunta
Glück mit unglück
Das Geschäft mit der Hochseebergung
der 21. Juli 1969 ist mir noch gut in Erinnerung. Auf der kleinen Mittelmeerinsel Giglio versammelte sich die halbe Bevölkerung im Speisesaal eines Hotels vor einem der beiden einzigen Inselfernseher. Und wir erlebten mit, wie Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat. Seither ist sein Name unzertrennlich mit dieser Heldentat verbunden. Oft, wenn ich den Mond betrachte, muss ich an Armstrong denken. - Aber was wäre, wenn der Mond plötzlich weg wäre und verschwunden bliebe? Nach wie vielen Jahren würden wir wohl auch Neil Armstrong und seinen „ersten Schritt" vergessen haben? So gesehen frage ich mich, was wohl mit der Erinnerung an Fridtjof Nansen, Salomon Andrée, Frederick Cook, Robert Peary geschieht, den Helden des Nordpols ? Vielleicht heißt irgendwann der einzige Pionier des Nordpols dann Artur Tschilingarow.
Denn bald wird das Eis des Nordmeers während unseres Sommers geschmolzen sein und noch später auch im Winter. Die Klimaerwärmung scheint unaufhaltsam ein Meer freizulegen, das bisher als großer, dicker Eispanzer wahrgenommen wurde. Nichts wird mehr erinnern an die Taten der Entdecker. Nichts an ihren Ehrgeiz, ihren Mut, ihre Visionen, ihr Leiden. Keine Spuren verwehen dann noch im arktischen Eis, keine Fahne flattert mehr an dem umstrittenen Punkt, um den sich alles dreht, nicht nur die Erde, auch unsere Gedanken. Und seit Neuestem auch unsere Wirtschaft.
In dieser Ausgabe berichten wir von Männern, die in eine weiße Wüste auszogen, um unter größten Gefahren, zuerst mit Schiffen durchs Packeis, später mit Schlitten zu Fuß oder per Luftfahrzeug, den Nordpol zu erreichen (Seite 54). Die heute fast unvorstellbaren Geschichten gebaren Nationalhelden mit scheinbar unvergesslichen Namen. Damals gab es noch diesen schwierig berechenbaren Punkt im Eis, den es zu erreichen galt. Doch schon heute drehen sich die Nachrichten nicht mehr um Helden, sondern um internationale Konsortien der Öl- und Gasindustrie. Um die Vorherrschaft der Anrainerstaaten, die die rohstoffreichen Meeresböden ausbeuten. Auch davon lesen Sie ab Seite 70. Und Sie werden einen neuen Helden des Nordpolarmeers kennenlernen. Den eingangs erwähnten Artur Tschilingarow. Und wie er eine neue Fahne aufrichtet. Tief im Meer und nicht für seinen Ruhm und um seine Neugier zu befriedigen, sondern vielmehr, um Russlands Anspruch auf Öl und Gas zu bekräftigen.
Welche Namen werden wohl unsere Enkel noch mit dem Nordpol verbinden?
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Ihre mare-Crew
Außerdem in mare No. 96: